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Jürgen
Böhms Heimatseiten - der innere Ring |
Der stille ComputerFolgende Information aus dem Internet hat mir zu denken gegeben: Beim Tinnitus beispielsweise gibt es Indizien, dass die hochfrequenten und vom menschlichen Gehör kaum mehr wahrnehmbaren Betriebsgeräusche, welche von EDV-Systemen und manchen elektronischen Steuersystemen ausgehen, mit zu den Ursachen für die seit einiger Zeit gehäuft auftretende Wahrnehmungsstörung zählen könnten. Aufgrund der Thesen über die verschiedenen Entstehungsformen von Tinnitus ist davon auszugehen, dass die kontinuierlichen Begleitgeräusche während der konzentrierten Fixierung auf den Bildschirm allmählich in Phantomgeräusche übergehen. Diese werden wahrgenommen, wenn die Betroffenen der Geräuschquelle nicht mehr ausgesetzt sind. Ich selbst habe in den letzten drei Jahren einen Tinnitus entwickelt, der sich genau wie das Lüftergeräusch meiner HP Z240 Workstation anhört. Diese ist zwar nicht gerade besonders laut - aber es sind eben Jahre über Jahre in denen ich jeden Tag drei bis fünf Stunden vor dem Bildschirm verbringe und dabei konzentriert oder auf der Suche nach Ablenkung dem Geräusch der Workstation ausgesetzt bin. Ich merke dann nach zwei bis drei Stunden selbst, wie die Konzentration bei schwierigen mathematischen PDFs oder langen Wikipedia-Artikeln nachläßt und das Gehirn "leichteres Futter" verlangt. Irgendwann war es dann soweit, dass ich apathisch am Rechner sass und meine "feinsten Schinken" aus meiner Speisekammer mathematischer Fachartikel nicht mehr anrühren konnte und mich mit Gummibärchen wie dem Heise-Newsticker zufriedengab. Außerdem natürlich der Tinnitus, der sich mehr und mehr vorschob. Kurzum: Der Leidensdruck war jetzt so groß, dass eine wirkliche Lösung gefunden werden musste! Scheinlösungen und LösungenIch wusste das es Lösungen gab:
Thin-ClientsSie setzen eine räumliche Trennung von Server auf dem gerechnet wird und dem nur für die Keyboard/Video/Maus Interaktion gedachten ThinClient voraus. Die Verbindung ist meist ein schnelles LAN, ein genügend starker Server kann mehrere bis viele ThinClients bedienen. Edle Lösungen gab es hier von SUN oder HP, den Lieferanten teurer und guter Workstations und Servern. Doch auch sie waren kein Wundermittel - die Bildübertragung über TCP/IP forderte ihren Preis in einem gewissen Lag und Schwierigkeiten bei komplexen Bildinhalten. Ein CAD-Programm würde man wahrscheinlich so nicht betreiben. Auch wenn CAD bei mir nicht vorkam hatte ich doch ein CUDA unterstütztes mathematisches Grafikprogramm mit Echtzeitinteraktion entwickelt, das natürlich bei mir weiterhin laufen sollte, auch wenn sonst Mathematica, Maple, Macaulay2, LaTex, firefox und evince meine Hauptanwendungen waren, daneben zur Softwareentwicklung auch Eclipse CDT. Dass vieles davon mit ThinClients machbar war hatte ich schon gesehen - ich schreibe unten dazu noch ein paar Erlebnisse. QuietPCsEs gibt im Internet einige Anbieter die sich auf PC-Anwender spezialisiert haben, die einen absolut geräuschlosen PC benötigen (oder zu benötigen glauben, dazu weiter unten mehr).
Ich will die Stunden nicht zählen in denen ich die Angebote studiert und abgewogen habe,
in denen ich User-Stories in verschiedenen Foren gelesen habe und am Ende blieb eine
Erkenntnis:
Aber für mich nach allem was ich gelesen habe: Ein No-go! Macs der M-Serie
Vor einigen Jahren hat Apple den Sprung gewagt und bei Prozessoren alle "alten Zöpfe"
abgeschnitten und nach modernsten Prinzipien eine CPU/GPU On-Chip Kombination mit
Unified-Memory entworfen, die von Anfang an herausragende Leistung mit höchster
Effizienz kombinierte. Damit konnte man es wagen - auch als Weltfirma, die den
besten Ruf der Welt zu verlieren hatte - einen Computer ohne Lüfter (MacBook Air)
oder mit einem praktisch unhörbaren Lüfter (MacMini) zu bauen.
Die wirkliche Lösung des Problems
Seit einiger Zeit wohne ich in einem eigenen Haus und habe jetzt mehrere ungenutzte
Zimmer zur Verfügung - auch, aber nicht nur, im Keller.
Das ist natürlich nicht gerade elegant, eventuell könnte man ein Loch in die Wand bohren,
es mit passenden Aufputz oder Unterputz-Kästchen auf beiden Wandseiten versehen
lassen, die dann USB- und DisplayPort Buchsen bereitstellen. Denkt man das weiter
merkt man: Dies ist der Holzweg.
Die Sofortlösung - Lindy 39376
Wenn es das Wort "Geheimtip" noch nicht gäbe, für dieses Produkt müsste man es erfinden:
Lindy 39376
Der stille Computer - Erinnerungen, allgemeine Gedanken und eine "stille" BegegnungAutolärm, Motorenlärm, Flugzeuglärm waren schon in den 60er Jahren, als eine Modernisierungswelle über die Welt und Deutschland hinwegging, Probleme über die diskutiert wurde. Seit der Zeit des "PCs", also spätestens seit den 90er Jahren und allerspätestens seit den 2000er Jahren, als jeder "im Internet" sein wollte, kam eine neue Geräuschquelle hinzu: Das Lüftergeräusch des Computers an dem man sass, seine Arbeit verrichtete, im Internet surfte oder spielte. Dieses Mal kam das störende Geräusch nicht von weit weg, nicht von der Straße vor dem Haus, nicht von Flugzeugen, die am Himmel ihre Bahn zogen, sondern es entstand nur einen Meter von den eigenen Ohren entfernt und war trotzdem, oder gerade deswegen, scheinbar nicht einzudämmen. Eine BegegnungEines Tages im Frühling, im Jahr 2005 oder 2006 suchte ich Professor Harder in Bonn in seinem Büro im versteckt gelegenen Max-Planck-Institut für Mathematik auf, um über einen mathematischen Aufsatz zu sprechen. Das geräumige helle Zimmer war mit grauem, büroüblichen Nadelfilzteppichboden ausgelegt, an den weißen Wänden reihten sich Regale mit Büchern, mathematischen Zeitschriften und diversen Papierstapeln. Auf dem Schreibtisch stand, schräg links an der Seite, ein für die damalige Zeit riesiger 21 Zoll Flachbildschirm und ein kleines Kästchen, das mit Bildschirm, Maus und Tastatur auf der einen und einem in die Wand verlaufenden Netzwerkkabel auf der anderen Seite verbunden war. Ein kleines Kästchen, kein Lüfter, der Bildschirm zeigte einen grauen Hintergrund, er wurde wohl hauptsächlich für eMails zum Kontakt mit Kollegen aus aller Welt benutzt oder zum Verfassen von mathematischen Texten mit LaTeX. In dem Raum herrschte, obwohl also alle benötigten Computerresourcen zur Verfügung standen, vollkommene Stille. Die dicken Mauern des alten, nach modernstem Standard umgebauten ehemaligen Postgebäudes ließen kein Geräusch hindurch, ebenso die großen, mehrfach verglasten Fenster - es war ein ganz dem Nachdenken gewidmeter und für das Nachdenken geschaffener Ort. Lüfterlärm eines PCs durfte hier nicht vorkommen und so hatte das Institut alle Büros für seine mathematischen Mitarbeiter und Gäste auf diese Weise ausgestattet. Die Suche nach dem stillen ComputerVor meinem Besuch bei Professor Harder hatte ich mir über Computerlärm niemals besondere Gedanken gemacht - er war, wie der Straßenlärm in einer großen Stadt, eben eine Zutat des modernen Lebens und ihm ausgesetzt zu sein der Preis, den man für die vielfältigen Möglichkeiten, die der PC bot, zu entrichten hatte. Doch nun war klar: Es ging auch anders. Ich fand schnell heraus, dass das geheimnisvolle kleine Kästchen auf Harders Schreibtisch ein "ThinClient" der Firma SUN war, und damit Teil einer gutausgedachten, aber für mich, der ich wie ein Student in einer 1-Zimmerwohnung lebte, unerreichbaren Lösung dieses Problems.
Am Ziel der SucheDie Lindy 39376 (siehe oben)!
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